14,4 Prozent der Bevölkerung in Österreich sind armutsgefährdet, das entspricht rund 1,245 Millionen Menschen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Rund 18 Prozent der in Österreich lebenden Kinder und Jugendlichen bis 19 Jahre sind armutsgefährdet. Das entspricht fast jedem 5. Kind in Österreich. Anders gesagt: 324.000 Kinder sind von Armut betroffen. Armut verbreitet sich unter Kindern und Jugendlichen stärker als in anderen sozialen Gruppen.

Die Auswirkungen

118.000 armutsgefährdete Kinder leben in Haushalten, die es sich nicht leisten können, auf Urlaub zu fahren. Rund 54.000 können es sich nicht leisten, jeden 2. Tag Fisch, Fleisch oder eine vergleichbare vegetarische Speise zu essen, 69.000 neue Kleidung zu kaufen, wenn die alte abgenutzt ist. 180.000 armutsgefährdete Kinder leben in einem Haushalt, in dem es finanziell nicht möglich ist, unerwartete Ausgaben zu tätigen.

Armut ist also nicht nur relativ, sondern schließt von zentralen kindlichen Lebensbereichen aus. Dazu gehören auch etwa der Zugang zu kindgerechten Büchern, täglich Obst oder Gemüse, neue Kleidung oder eine geheizte Wohnung. Armut ist nicht nur mit materiellen Entbehrungen verbunden, sondern grenzt die Betroffenen aus, schränkt ihre sozialen Kontakte sowie Bildungschancen ein, belastet sie gesundheitlich und erzeugt Scham – insbesondere auch bei Kindern und Jugendlichen.

Die Hilfe

Zwar weist Österreich vielfältige kinder- und familienbezogene Leistungen auf, diese sind aber mit unterschiedlichen Zugangsvoraussetzungen verbunden, was zu Intransparenz und bürokratischen Hürden für viele Familien führt. Aus Sicht armutsbetroffener Kinder fehlen konkrete Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Situation.