Mit einer Spende können wir viel gestalten und die Zukunft zum Besseren lenken. Es gibt viele Möglichkeiten, zu spenden. Sei es, indem wir Projekte zur Unterstützung von bedürftigen Kindern, Projekte zur Erforschung seltener Krankheiten oder den Schutz von bedrohten Tierarten unterstützen. Mit der Entscheidung zu spenden, können wir also viel bewegen. Mit einer Spende überlassen Sie als Spender nicht der Politik, wie und in welche Richtung die Zukunft gestaltet wird, sie übernehmen selbst die Verantwortung. Spenden sind  der soziale Kitt einer Gesellschaft.

So können Jahr für Jahr tausende Menschen aus der Armut gebracht werden, medizinische Behandlungen auch für Menschen ohne Versicherung angeboten werden, tausende Kinder eine Schule besuchen oder seltene Tierarten vor dem Aussterben gerettet werden. Ohne Spenden gäbe es keinen Rettungsdienst und keine Hospizbewegung, keine Obdachlosen- und keine Tierheime. Vieles wurde mit Spenden aufgebaut, damals innovativ und neu, und erst später staatlich mitfinanziert.

Spendenorganisationen erkennen oft viel schneller als der Staat, wo die Not am größten ist und können auch schneller handeln. Gerade bei den zahlreichen humanitären Katastrophen der letzten Jahre gilt besonders, wer schnell hilft, hilft doppelt. In diesem Jahr haben die ÖsterreicherInnen besondere Verantwortung für die Flüchtlingshilfe übernommen. Hier war das Engagement von der ehrenamtlichen Tätigkeit über die Sachspende bis zur finanziellen Unterstützung besonders breit.

Beim Spenden überwiegen der Gedanke der Solidarität und die Hilfe zur Selbsthilfe. Weniger bedeutend ist das Mitleid oder die weltanschauliche Überzeugung. Bei der Hilfe vertrauen die ÖsterreichInnen vor allem den bekannten Hilfsorganisationen oder orientieren sich bei der Auswahl am Spendengütesiegel. Erfreulicherweise zeigte sich die Bevölkerung auch in den Krisenjahren großzügig und spendete jedes Jahr ein wenig mehr: 2014 waren es bereits über 550 Millionen Euro, für 2015 ist mit einem ähnlich hohen Niveau zu rechnen. Doch sind wir damit wirklich die vielfach kolportierten Spendenweltmeister? Leider nein.

Land der Kleinspender

Zwar ist der Anteil der Bevölkerung, die angibt, regelmäßig zu spenden, deutlich höher als in Deutschland oder der Schweiz, aber die Spendenhöhe ist geringer. So geben Schweizer pro Kopf mit 174 Euro fast dreimal soviel und Deutsche mit 91 Euro immerhin noch fast doppelt soviel wie Österreicher. Im internationalen Vergleich ist es ein Land der Kleinspender.

Österreich war eines der letzten Länder Europas, das die steuerliche Spendenabsetzbarkeit eingeführt hat. War es zunächst nur für Wissenschaft und Forschung möglich, sind seit 2009 Zuwendungen an soziale Organisationen, Entwicklungshilfe, Umweltschutz und natürlich an Freiwillige Feuerwehren absetzbar. Leider sind Spenden für den beliebten Tierschutz nur für anerkannte Heime spendenbegünstigt. Seit damals stieg das jährliche Spendenaufkommen um rund 40 Prozent an. Spenden können bis zu 10 Prozent des Einkommens und 7 Jahre rückwirkend steuerlich geltend gemacht werden, als Nachweis reicht der Einzahlungsbeleg. Die Organisation muss auf der Liste des Finanzministeriums aufscheinen.

Wie spendet man am besten?

Hören Sie bei einer Spende auf Ihr Herz. Was ist Ihnen wichtig und wo möchten Sie eine Veränderung bewirken? Viele Menschen unterstützen gerne mehrere Organisationen mit einem kleinen Betrag. Nachhaltiger hilft man aber mit der regelmäßigen Unterstützung von wenigen Projekten mit einer größeren Spende. Dadurch schafft man eine langfristige Planungssicherheit und hilft doppelt.

Bei den zahlreichen Spendenaufrufen fällt einem die Wahl auch oft nicht leicht. Kennt man eine Organisation nicht oder ist sich über deren Arbeit nicht im Klaren, bietet das Österreichische Spendengütesiegel Orientierung und Sicherheit. Bei jeder der ausgezeichneten Organisationen durchleuchtet und testiert ein Wirtschaftsprüfer jährlich deren Arbeit und Finanzen.

Was können Unternehmen tun?

Um das richtige Spenden dreht sich auch ein neuer Spendenguide für Unternehmen. Im Rahmen der derzeit laufenden Aktion "Wirtschaft hilft!“ wird ein Überblick über sämtliche Möglichkeiten geboten, wie Unternehmen sich engagieren können. Von der Weihnachtsspende über Sammlungen unter den Mitarbeitern und Sachspenden bis hin zu Zeitspenden, bei denen Menschen in gemeinnützigen Einrichtungen regelmäßig mitarbeiten, zeigt der Ratgeber zahlreiche Beispiele der Hilfe zur Hilfe.

Doch letztlich zählt das Engagement jedes Einzelnen. Um es mit Erich Kästner zu sagen: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“