In Österreich leben laut Statistik Österreich derzeit 15.038 Menschen obdach- oder wohnungslos, davon ein Großteil in Wien, der Rest in den Hauptstädten der anderen Bundesländer. Wie kommt diese Zahl zustande, obwohl es ein Grundrecht auf Wohnen und Gesundheitsversorgung für alle gibt?

Ursachenvielfalt

Gesellschaftliche Ungleichheiten und Ausschlussprozesse nehmen zu und führen ins Prekariat, die Themen Erwerbsarbeit, Grundversorgung und Wohnen werden unmittelbar davon betroffen. Auf vielen Ebenen ist zudem eine Tendenz zur Entsolidarisierung zu beobachten, derzeitige politische Verhältnisse verstärken dies auch noch.

Zunehmende Nationalisierung schwächt die Wirkkraft und Regulierungsmacht der Europäischen Union und innerstaatlich steht der Kurs auf Kürzungen vor allem an den sozialen Leistungen wie Mindestsicherung und in der aktiven Arbeitsmarktpolitik. Auch der gegenwärtige Umgang mit der Flüchtlingsthematik unterwandert den sozialen Zusammenhalt der österreichischen Bevölkerung.

Reaktionsmöglichkeiten

Einmal auf der Straße gelandet, schließt sich bei den meisten der Teufelskreis: fehlende Versorgung führt zu Erkrankungen, die wiederum Versorgung bräuchten. Häufig treten beispielsweise offene Wunden an den Beinen auf, die durch überbeanspruchte Gefäße und Bewegungsmangel entstehen. Schmerzen, verächtliche Blicke, Scham und innere Not lassen Betroffene zu sehr in ihrer Situation verharren, bürokratische Hürden tun das Ihrige dazu.

Deshalb sind eine medizinische Grundversorgung, die Bereitstellung von Nahrung und ein niederschwelliger Zugang zu leistbarem Wohnraum für Menschen in Not die ersten Maßnahmen für die Rückkehr in ein würdevolles Leben.