Der 14-jährige Thoko lebt in einer der ärmsten Gegenden Malawis und ist das älteste von drei Geschwistern. Schon seit zwei Jahren lebt er alleine mit seinen Schwestern, die Eltern sind beide an AIDS gestorben. Die Schule musste Thoko abbrechen, denn neben der Versorgung des Haushalts und der Beschaffung von Nahrung blieb keine Zeit mehr für anderes. Thoko ist eines von 770.000 Kindern zwischen 0 und 17 Jahren, die in Malawi als Waisen aufwachsen, weil ihre Eltern an AIDS gestorben sind.

35,3 Millionen Menschen lebten 2012 laut UNAIDS weltweit mit HIV, darunter 3,3 Millionen Kinder unter 15 Jahren. Obwohl die globale Zahl der Neuinfektionen in den letzten zehn Jahren drastisch um 33 Prozent zurückgegangen ist, gibt es Länder, in denen diese Zahlen wieder steigen.

Afrika am stärksten betroffen

Überproportional betroffen sind nach wie vor die afrikanischen Subsahara-Länder. 25 Millionen Menschen im südlichen Afrika sind HIV-positiv und 70 Prozent der Neuinfizierten im Jahr 2012 stammen von dort. In den am stärksten betroffenen Ländern Swaziland, Lesotho und Botswana sind fast ein Viertel der Bevölkerung mit HIV infiziert. Auch Malawi im Südosten Afrikas ist stark betroffen, über 10 Prozent der Bevölkerung lebt mit HIV.

Malawi ist eines der am schwächsten entwickelten Länder der Welt, die Lebenserwartung ist kurz und die Kindersterblichkeit hoch. 85 Prozent der rund 15 Millionen Einwohner arbeiten in der Landwirtschaft, ein Großteil der Bevölkerung lebt von weniger als einem US-Dollar pro Tag. Vor allem Kinder leiden am stärksten unter den Entbehrungen,  aber auch unter Missbrauch, frühen Zwangsheiraten und der Verantwortung für kranke Eltern und Geschwister. 

Perspektiven für die Zukunft

Um AIDS einzudämmen, braucht es politischen Willen, Vorsorge und ein Ende der Ausgrenzung von HIV-positiven Menschen. Homophobie und geschlechtsspezifische Gewalt machen es schwierig, die Menschen mit Hilfe, Bildung und Beratung zu versorgen. Neben den Anstrengungen der Vereinten Nationen kümmern sich viele Projekte von Hilfswerken, regionale und nationale Organisationen und Netzwerke um die Problematik.

Unterstützung bei Schulbesuch oder Ausbildung

Neben Präventionsangeboten und der Verbesserung des Zugangs zu einer diskrimierungsfreien Behandlung, Pflege und Betreuung steht auch die Arbeit mit Waisen und schützbedürftigen Kindern im Vordergrund. In Kinderzentren erhalten die Waisen warme Mahlzeiten und medizinische Versorgung, ältere Kinder können sich dort Rat und Unterstützung holen. Dabei wird auch Aufklärungsarbeit zum Thema HIV und AIDS geleistet. Waisen, welche die Schule abgebrochen haben, werden dabei unterstützt, wieder die Schule zu besuchen oder eine Ausbildung zu beginnen.

Thoko beispielsweise hat durch ein solches Kinderhilfsprojekt eine Ausbildung zum Blechschmied beginnen können, wo er nun lernt, wie man Blecheimer, Löffel und Lampen herstellt. In seiner Region beherrschen nicht viele das Handwerk, sodass er gute Chancen hat, sich und seine Familie zu versorgen.